Johannisfest Mainz 2017

 

Mainz. Sommerliche 25 Grad, ein voll besetzter Domplatz und ein gut gelauntes, aber vor allem applaudierfreudiges Publikum. Auch in diesem Jahr ist die Dolgesheimer Trachtenkapelle zu Gast in der Landeshauptstadt Mainz und sorgt für ausgelassene Feierlaune. Die musikalische Gestaltung des Frühschoppens am Johannisfest hat sich bereits als fester Bestandteil im Kalender des rheinhessischen Blasorchesters etabliert. „Bereits seit sechs Jahren spielen wir nun schon in Mainz“, berichtet Dirigent Reinhard Lienerth stolz und führt mit Anekdoten und gewitzten Ansagen durchs Programm. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Kultur- und Volksfestes haben die Mainzer Winzer die Musikerinnen und Musiker erstmals für drei anstatt der üblichen zwei Stunden engagiert. Drei Stunden voller musikalischer Höhepunkte - von traditioneller Blasmusik, über Pop, Rock und Schlager bis hin zu solistisch vorgetragenen Klassikern. Den Anfang macht die Dolgesheimer Trachtenkapelle mit einem Ausflug in die moderne Unterhaltungsmusik. Neben fetzigen Samba-Rhythmen und einem „Hands-up-Medley“, steht auch ein eigens vom Dirigenten zusammengestelltes Arrangement bekannter Beatles-Melodien auf dem Programm. Der Schlagzeuger Milan Filippi begeistert das Publikum mit seinem Solo zu „Fascinating Drums“ und sorgt für tosenden Beifall. Nicht weniger schwungvoll geht es bei dem Wechsel in die böhmisch-traditionelle Stilrichtung zu, die auch als ein Markenzeichen der Kapelle gilt. Stücke wie die „Wachtel-Polka“ oder der „Alte-Kameraden-Marsch“ beweisen wieder einmal eindrucksvoll, dass die Truppe um Dirigent Reinhard Lienerth, ihr Handwerk versteht. Großen Applaus ernten Petra Harth, Claudia Rosenthal und Janina Schober, die auf ihren Schwarzwurzeln, wie man die Klarinette auch nennt, mit dem „Klarinetten-Muckl“ ein beachtliches Solo darbieten. Zusammen mit Mundartsänger Herbert Völkner, der selbst jahrelang in der Trachtenkapelle Dolgesheim mitwirkte, gibt Reinhard Lienerth den „Rhoihessejodler“ sowie die Eigenkomposition „Hopp, hopp, hopp noch en Schoppe in de Kopp“, die mittlerweile als Weinfestlied überall in Rheinhessen bekannt sein dürfte, zum Besten. Auch die Besucher werden aktiv in das Programm mit eingebunden und so ergibt sich bei „Sierra madre del sur“ spontan der größte Chor, den das Mainzer Johannisfest bis jetzt erleben durfte. Die groovigen Swing-Rhythmen des Glenn Miller und ein Altsaxophon-Solo zu „Eine Reise ins Glück“ komplementieren neben einem „James-Last-Medley“ die Reise durch die verschiedenen Stilrichtungen der Musik. Absoluter Höhepunkt ist Petra Brands Gesang zu „One Moment in time“, der bei den Zuschauern für Gänsehaut gesorgt hat. In einem fast halbstündigen Zugabe-Teil überzeugt Thomas Busch mit einem minutenlangen Schlagzeugsolo und die einzelnen Register verabschieden sich bei dem Titel „Ice Cream“ solistisch vom Mainzer Publikum.